Was soll das ganze hier?

Ich schreibe diesen Text auf einem Laptop von Microsoft, benutze dafür natürlich deren Betriebssystem Windows und zum Festhalten meiner Entwürfe das Notizprogramm OneNote aus dem Office-Paket. Gekauft habe ich das Gerät natürlich bei Amazon, von dort habe ich ohnehin fast alles, was ich in den letzten Jahren gekauft habe, auch die im Haus verteilten Alexa-Sprachassistenten, die mir auf Zuruf Musik abspielen oder das Licht auf die gewünschte Helligkeit dimmen. Wenn ich später entspannt auf der Couch sitze, bietet mir Amazons FireTV unzählige Filme und Serien aus dem konzerneigenen Streamingdienst an, vielleicht entscheide ich mich aber auch für ein paar Videos auf Youtube vom Alphabet-Konzern (also Google). Deren Smartphone-Betriebssystem Android begleitet mich ja bereits durch den Tag. Meine privaten Mails kommen und gehen über GoogleMail, eine mir unbekannte Adresse suche ich natürlich über GoogleMaps. Die Brötchen beim Bäcker heute Morgen habe ich natürlich mit GooglePay bezahlt, weil es einfach extrem praktisch ist. Mit meinen Freunden kommuniziere ich mehrmals am Tag über den Messenger WhatsApp von Meta (Facebook), bei WhatsApp ist schließlich jeder und es ist auch super einfach einzurichten und obendrein kostenlos.

Keines der oben genannten Beispiele ist erfunden, und ich könnte noch seitenlang beschreiben, wie mein Alltag von der Technik und damit auch von den Unternehmen, die diese Technik anbieten, bestimmt wird. Lange Zeit habe ich das, wie wir fast alle, zwar als etwas beunruhigend empfunden, aber achselzuckend hingenommen. Die Entwicklungen der letzten Wochen (die ich natürlich in meinem Google Newsfeed verfolgt habe) haben mich schließlich zu der Erkenntnis gebracht, dass ich Alternativen zu all den vielen Diensten und Produkten finden möchte, die von einigen wenigen, sehr reichen Männern kontrolliert werden und jederzeit nach deren Vorstellungen angepasst werden können. Für viele ist die Lösung jetzt wahrscheinlich klar: einfach die Geräte ausschalten, Zeitung lesen, im Autoatlas nach einer Adresse suchen und mit Bargeld bezahlen. Aber das will ich nicht. Ich bin eben ein „21st century digital boy“ und möchte weiterhin wie Captain Picard sagen „Computer, Licht!“, ich möchte weiterhin lieber alle Informationen der Welt in meiner Hosentasche mit mir herumtragen als einen Sack voll Kleingeld. Nur möchte ich das möglichst ohne die großen Konzerne immer bei mir zu haben.

Also werde ich in den nächsten Wochen, Monaten und wahrscheinlich Jahren nach Alternativen suchen. Alternativen zu den Betriebssystemen, die ich auf meinen Computern und mobilen Geräten benutze. Alternativen zu den nützlichen Online-Diensten, zu den Programmen, die ich benutze, zu den Sprachassistenten und den anderen tollen Gadgets, die da so herumfliegen. Dabei möchte ich aber keinen harten Schnitt machen und von heute auf morgen alles aus dem Haus werfen, wo Meta oder Google draufsteht. Ich möchte mir die Möglichkeiten in Ruhe anschauen, ausprobieren und dann hoffentlich in meinen Alltag integrieren. In diesem Blog kannst Du mich auf diesem Weg begleiten. Ich möchte von meinen Entdeckungen berichten, Tipps geben, wie man auf andere Technologien umsteigen kann und natürlich möchte ich auch aufzeigen, auf welche Hürden und Fallstricke ich stoße und an welchen Stellen es vielleicht gar nicht möglich sein wird, von den BigTech-Konzernen wegzukommen. All diese Experimente sollen zunächst nur im privaten Bereich laufen, wenn etwas nicht funktioniert, ist außer Zeit und Nerven nichts verloren. Im beruflichen Bereich wäre es natürlich mindestens genauso erstrebenswert, sich von der Dominanz Microsofts zu befreien, aber dieses Projekt kann ich erst angehen, wenn ich im ungefährlichen privaten Bereich zuverlässige Lösungen gefunden habe. Der berufliche Bereich ist also der erklärte Endgegner dieses Blogs.
Und falls das noch nicht deutlich geworden ist: Dieses Projekt soll auf keinen Fall als Boykottaufruf missverstanden werden, natürlich kann und muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Produkte und Dienste er von welchem Anbieter nutzt.

Ich hoffe, Du begleitest mich auf diesem Weg und freue mich über Feedback. Wenn Du selbst schon tolle Alternativen zu den bekannten Diensten kennst, dann schreibe sie doch in die Kommentare. Wenn Du konkrete Vorschläge oder Wünsche hast, was ich mir hier mal anschauen sollte, dann lass es mich wissen. Und auch wenn Du findest, dass das, was ich hier mache, totaler Blödsinn ist, dann sag es mir.

So, jetzt wollen wir aber endlich mal loslegen, ich muss mir noch ein paar Linux-Distributionen für meinen Home- und Gaming-PC ansehen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

Eine Antwort zu „Was soll das ganze hier?“

  1. Avatar von Benjamin Buser
    Benjamin Buser

    Mehr Kompetenz bei den Menschen
    Mehr Leute von deiner Sorte und
    weniger Abhängigkeiten von 2,3 Großen
    Das wäre schön

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